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WIE ALLES BEGANN

Casal Garcia entstand in einem Jahr, in dem die Weinernte besonders gut war. Der französische Önologe Eugène Hélisse, der gerade auf der Rückreise von der Douro-Weinernte nach Porto war, entschied sich, die Reise zu unterbrechen, nachdem er gerade an den Weinfeldern des Aveleda-Weinguts in Penafiel vorbeigekommen war. Ganz in Weiß gekleidet, mit einem Strohhut, um sich von der Hitze des Spätsommers zu schützen, begann er eine Wanderung bis zum Weinkeller von jenem Weingut. Er ging hinein, stellte sich vor und wünschte, mit einem der Gutsbesitzer zu sprechen: Roberto Guedes. Was er wenige Minuten vorher aus dem Fenster des Zugabteils gesehen hatte, war etwas ganz Besonderes: Die Weinreben waren in sehr gepflegtem Zustand und die Parzellen je nach Rebsorte getrennt, ganz nach französischer Art. Das war keine übliche Sitte in den Herkunftsgebieten des Vinho Verde. Nach einem ausführlichen Gespräch mit Roberto Guedes entschied sich jener, die Dienste des französischen Önologen in Anspruch zu nehmen, der ihm eine erhebliche Verbesserung der Weinbereitungsmethoden in Aussicht stellte. Die Ergebnisse wurden zum Ende der nächsten Weinernte deutlich, als Eugène Hélisse eine Probe aus einem Holzfass entnahm und in eine alte Glasflasche füllte. Der Wein hatte eine wunderschöne durchsichtige Farbe, sowie eine so auffallende Frische, dass die Anwesenden zutiefst davon beeindruckt waren. Um das Aussehen des Weines zur Geltung zu bringen, benutzte Hélisse ein mit Spitzen besticktes Tuch, um den Staub von der Flasche abzuwischen. Und seitdem sind die Spitzen nie wieder von der Flasche verschwunden!

Der Name fand sich von allein, denn jener Wein stammt von den Aveleda-Weinreben: von Casal Garcia.